Konservativ & frei: Alexander Grau ist Kulturpessimist | Sternstunde Philosophie | SRF Kultur
Video Overview & Insights
Themen wie Moral, Gender und Klima sind zu Ersatzreligionen geworden, meint der deutsche Philosoph Alexander Grau. Es brauche wieder mehr Konservative, mehr Freiheiten und weniger Staat. Yves Bossart spricht mit dem Kulturpessimisten über Hafermilch und den Untergang des Abendlandes.
Liebe Community, denkt ihr gesellschaftliche Themen ersetzen die Religion?
Themen in dieser Folge:
00:00 Sind Themen wie Gender und Klima zu Ersatzreligionen geworden?
Für mich ist der Kulturrelativismus widerlegt. Und eigentlich müsste ein Konservativer auch ein Essentialist sein - das Wahre bleibt halt wahr, und das Gute bleibt halt gut, egal welche "Mode" gerade vorherrscht. Insofern bin ich ziemlich konservativ, was einige Werte anbetrifft, und wundere mich, dass man als Konservativer so relativ sein kann. Eigentlich widerspricht sich Konservationismus mit Kulturrelativismus...
09:09 Was bedeutet es heute, konservativ zu sein?
16:38 Ist Feminismus für Sie eine Ideologie, Alexander Grau?
Mir scheint aber, dass er in der Unübersichtlichkeit des Waldes immer schnell genug herausfindet, sich nicht der Unvorhersehbarkeit ausliefert, um Bücher zu schreiben, trocken zu schlafen und sich ohne Hafermilch gut ernähren zu können.
20:37 Gibt es moralisch ein richtig oder falsch?
28:44 Inwiefern sind Wissenschaftler die neuen Priester?
Hafermilch ist kein Trend sondern eine Antwort auf die vergewaltigung der Kühe. Das hat doch nichts mit Trend zu tun.
Länger als 5 min kann man dem echt nicht zuhören
35:53 Was ist eine gute oder wahre Freiheit?
43:27 Ist die Selbstfindung zum Scheitern verurteilt?
Meiner zeitgeistlich geformten, aufklärerisch-naiven, paternalistischen, fortschrittsgläubigen Meinung nach, hat sich der Typ bei jeder Frage für die falsche Antwort entschieden.
Aber gut, in einer anderen Zeit, an einem anderen Ort, da hätte ich das anders gesehen…
49:53 Wo suchen Sie die Selbsterlösung, Alexander Grau?
Konservative und Liberale seien wie Sand im Getriebe des links-grünen Mainstreams, meint der Philosoph und Publizist Alexander Grau. In seinen Büchern und Kolumnen lästert er gerne über den Zeitgeist – von der «Hypermoral» bis zum «Staatsfeminismus». Für Grau ist klar: Der Mensch der Gegenwart ist noch immer ein Gläubiger, nur hat er Gott durch zahlreiche neue Götzen ersetzt, von Gender bis zu Klima. Expertinnen und Experten seien die neuen Priester und das Ich sei der neue Erlösergott, meint Grau.
Die letzte Frage hat der dude komplett aufgedeckt omg... "Ich bin auch ein bisschen Ästhet" 💫 "Migranten in meinem Land finde ich hässlich... Queer Leute als Nachbarn zu haben, finde ich hässlich... Veganes Essen im Supermarkt, hässlich" etc. Am Ende is er einfach gegen alles was seine pure weisse Welt beschmutzen könnte 🤦 Er hat so viele Worte gebraucht, um seine konservative Stellung zu legitimieren. Entschuldigung aber er ist kein Philosoph
Yves Bossart spricht mit dem streitbaren Konservativen über neue Zwänge, alte Überfremdungsängste und den Wald als Übungsanlage der Freiheit.
Sternstunde Philosophie vom 21.10.2024
der Alex Widerspricht sich in den ersten 5 min....
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✨ Wöchentlich neue Gespräche mit spannenden Gästen
Die Frisur kennzeichnet ihn als Philosophen
Sendungsverantwortliche:
🎥 Regie: Christine Rauschmeier, Redaktion: Jolanda Fazzone, Yvonne Sjöberg, Produzentin: Sandra Roth, Leitung: Judith Hardegger, SRF 2024
super Beitrag! Danke 👍
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Die Kritik von Herrn Grau ist im Kern berechtigt, jedoch hat er diesen Kern nicht genagelt.
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Ich nehme nur noch Heumilch...
... schmeckt fast wie richtige Milch.
Die «Sternstunde Philosophie» pflegt den vertieften und kritischen Ideenaustausch und geht den brennenden Fragen unserer Zeit auf den Grund.
Die «Sternstunde Philosophie» schlägt den grossen Bogen von der gesellschaftspolitischen Aktualität zu den Grundfragen der Philosophie: Wer ist wofür verantwortlich, worin besteht die menschliche Freiheit, was bestimmt unseren Lebenssinn? Zu Gast sind Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Kultur, Politik und Wirtschaft – Stimmen, die zum Denken anregen und unser Zeitgeschehen reflektieren und einordnen.
Früher war schöner!
Aber noch früher war noch schöner!
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Moderation:
"Erwachsene Menschen die Bäume umarmen sind einfach unschön" 😂😂😂😂😂
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Yves Bossart: https://www.instagram.com/bossart_yves/
Infantilisierung der Gesellschaft?.
Ja, selbstverständlich. Immer und seit Menschengedenken. Dem Kapitalismus ist es wichtig, ebenso wie dem Absolutismus und der Religion früher, oder der Royalty und der Religion heutzutage, die Konsumenten, die Gläubiger und die Untertanen zu infantiliisieren, damit sie besser kontrolliert werden können, damit sie besser kontrollierbar und manipulierbar sind. Nicht umsonst sind die drei eng verbunden, vor allem Königtum und Religion.
Denn alle drei sind Autoritätsformen der gesellschaftlichen menschlichen Organisation: die eine ekonömisch, die andere politisch und die letztere geistig. Das alles ist ein Resultat des Neolitikums, des Ackerbaus und auch der internen psychologischen Organisation des Gehirns des Säugetiers, seien sie Ratten, Wölfe, Elefanten oder Menschen.
Aber selbst einige Kapitalisten werden dadurch infantilisiert. Ein Beispiel, das viel auf der Bühne springt, und sich mal wie ein wutender mal wie witziger pubertierender Heranwachsender benimmt, haben wir vor Kurzem in den Wahlen der USA gesehen. Oder, besser gesagt, zwei Beispiele davon. Wir sehen dagegen Kapitalisten der alten Generation, die sich noch wie normale Erwachsene benehmen, etwa Warren Buffet und Bill Gates.
Derzeit sehen wir echte Kapitalisten in China, India und Europa vor allem. Sie lachen und springen nicht. Es sind nur die unteren Managers Europas und Amerikas, diejenigen vor allem, die sich infantilisieren lassen. Die Top-Dogs oder die Big-Wigs, die sind wie immer echt seriös.
Und alle diesen Filme von Super-Helden?. Das hat alles, was die moderne Ikonografie angeht, mit Rodolfo Valentino, Douglas Fairbanks (The Thief of Bagdag) und James Bond angefangen. Und das alles ist direkt mit den früherenden Göttern und Legenden verknüpft, mit Achilles und Gilgamesh.
Wolfram Eilenberger: http://www.wolfram-eilenberger.de/
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Ich finde Herr Bossart hat im Gespräch teilweise gut nachgehakt und Herr Grau mit eigenen Aussagen konfrontiert ohne dabei konkret eine Gegenposition zu beziehen. Trotzdem hatte Herr Grau in dieser Sternstunde genug Raum um seine Ideen ausführlich zu erläutern.
Ob er diesen genutzt hat, oder ob er vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr sieht, dass dürfen wir jetzt entscheiden :)
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zur frage danach, was denn an pluralität und vielfalt schlecht sei, hätte ich schon noch einen einwand: unsere gesellschaft baut vielerorts nach wie vor auf einheiten. wir sind in nationen organisiert, innerhalb derer wir besondere rechte genießen, aber auch steuern zahlen, die u.a. dem erhalt der autonomie, sozialer fürsorge, etc. dienen sollen, wir folgen einheitlichen gesetzen, handeln in arbeitswelten... all das wankt mit einem zu hohen maß an individualität - insbes. wenn letztere die dankbarkeit oder wenigstens einsicht in die sinnhaftigkeit / notwendigkeit der oben genannten institutionen missen lässt. und das scheint mir schon zunehmend der fall zu sein. da wäre die vom gast genannte demut jedenfalls wieder gefordert... schreibe ich, und denke: mensch, bist du alt geworden, hehe...
#SRFKultur #SRFKulturSternstunden #SRFSternstunde #Philosophie #Wokeness #Konservativ #SRF #Kultur
💬 Habt ihr Fragen, Anregungen oder Kritik? Dann schreibt uns an: philosophie@srf.ch
Die Sendung greift eine wichtige und aktuelle Debatte auf. Die Gegenüberstellung von Fortschritt und Konservativismus als nahezu unvereinbare Gegensätze jedoch zu begreifen, erscheint mir eine ungenaue und vereinfachte Analyse zu sein. Wird unterkomplex behandelt. Tatsächlich können sich beide Ansätze in vielen Fällen ergänzen oder dynamische Spannungen erzeugen, die aber auch den gesellschaftlichen Wandel vorantreiben können. Seine marxistische Analyse kann ich in diesem Zusammenhang nur als Versuch werten, diese komplexe Thematik analytisch zu begründen. Kurz gesagt, das Thema verdient eine differenzierte Betrachtung, die über die Dichotomien gut und böse hinausgeht. Ich würde das Gespräch eher in die Kategorie der "Prechtisierung" einer wichtigen Debatte einordnen.
More User Perspectives
Philosophie ist das keineswegs .
@Madox9123Kann nicht jeder trinken was er möchte .Ob mit oder ohne Hafermilch ,das ist doch Geschmacksache.
@Anita-cn6tdEinen Wissenschaftler mit einem Priester gleichzusetzen, ist ein ziemlich gewagter intellektueller Spagat.
@flamesfearfuture"Eine strukturell linksliberale Gesellschaft?" Ich hör' wohl nicht richtig. In halb Europa wird wieder stramm rechts gewählt. Kalt, nüchtern, sachlich betrachtet.
@flamesfearfutureNatürlich.
Jede Indoktrination kann zu religiösen Verhaltensweisen führen.
Hilft, dass viele an einem Strang ziehen.
Der Strang kann zu Hafermilch führen, zu Apple Produkten, zum Ablasshandel, zum Weihnachtsmann, aber auch zum Holocaust
Wird von den meisten nicht erkannt. Ihnen fehlt die Erfahrung der Exindoktrination.
"Ignorant und stolz daruf" wäre wohl ein angemessener Titel gewesen
@markusmunteanu1418Interessant, auch wenn ich seine Positionen nicht teile
@veryeyeofnightNiemand braucht eine Religion. Es geht, wenn dann um eine allumfassende Orientierung auf der Metaebene, die sich Menschen wünschen. Diese basiert auf Narrative, Weltsichten, Paradigmen und Visionen. Zum Glück sind wir frei und dürfen über strenge Ideologien und Religionen hinausblicken und ein eigenes Bild meistern, dass auf einem kontinuierlichen Dazulernen besteht. Tatsächlich widerspricht dieser Prozess der beständigen Verfolgung einer Tradition oder festen Vorstellung/Einstellung. Dieses fortschrittliche Denken und Handeln erlauben sich gerade junge Menschen auszuleben und ich finde das super!
@nina7221Herr Grau ist kein Kulturpessimist sondern ein hetzender Idiot. Ja ich beleidige ihn, denn er beleidigt mich als irrational, wenn er behauptet Veganismus und Hafermilch trinken seien religiöse Erscheinungen.
Religion impliziert: Wissenschaftsfeindlichkeit, Verhaltensweisen und Überzeugungen, die sich durch Gruppenzugehörigkeit, und Regelkonformität ergeben (meist aus einem uralten Fantasiebuch inspiriert)
Nein das genaue Gegenteil ist der Fall: Hafermilch trinken, Vegan sein, das sind rein rationale Entscheidungen auf Basis von ethischen Maßstäben und neusten wissenschaftlichen Erkenntnissen.
Dass er der Irrationale ist beweist er schon in den ersten 2 Minuten des Interviews:
Er weiß nicht ob Hafermilch klimaschonend oder ökologisch ist (im Vergleich zur Kuhmilch), es ist ihm EGAL, sagt er. Das spielt für ihn keine Rolle.
Seine Behauptung, dass Leute das machen um Zugehörigkeit zu signalisieren, ist völlig aus der Luft gegriffen, und unfundiert.
ER ist der religiöse. ER ist das Sinnbild eines unbelehrbaren Konservativen: Er hat Angst vor neuen Bewegungen, die sich offensichtlich mehr Gedanken machen als er selbst. Und statt selbst anzufangen zu denken, zu recherchieren und ethische Überlegungen anzustellen die weiter gehen als "Fleisch und Kuhmilch schmeckt mir halt", entwickelt er eine Verachtung für jene Menschen die anders leben als er, und hetzt mit Parolen und halbgaren Argumentationsketten, die bei genauerer Betrachtung sich selbst zerlegen.
Wirklich peinlich, dass sowas unkommentiert im Fernsehen läuft, und dass so viele vorm Fernseher sehen und zustimmend nicken.
Die Zukunft wirds richten. Genau wie die Abschaffung der Sklaverei, die Einführung des Wahlrechts für Frauen, wird in ein paar Generationen keiner mehr die Ausbeutung von Tieren rechtfertigen können.
Und dann gibt auch keiner mehr solchen Leuten die andere attackieren, weil sie in ihren eigenen Werten und Verhaltensweisen nicht gefestigt sind eine Bühne🙂
Seine Vorstellung von Moral überzeugt mich 0,0.
@hannesvalentin5679Ich wünschte mir, dass Slavoj Žižek mit ihm am Tisch säße.
@mojtababashiri5991Minute 26:18: "Die Buntheit wird Grau" - Alexander Grau 😉😀
@luskaamacha7886Sehr interessantes Gespräch. Ich stimme Herrn Grau bei vielen Beobachtungen zu (Konservatismus und Progressivität habe. „die Plätze“ getauscht, aus einigen Dingen werden Pseudo-Religionen gemacht, „Freiheit von“). Allerdings finde ich, dass er viele Dinge nur an- und nicht durchdacht hat. Oder ihm fehlt die Fähigkeit zu sehen, dass die ursprünglich „progressiven“ Kräfte ja genau die Freiheit von etwas anstrebt. Freiheit von wirtschaftlichem Zwang und Unterdrückung. Und ist er jetzt Marxist (wie er am Anfang sagt) oder Liberalist (wie später) oder Opportunist (ich versuche ja nur, mein Leben irgendwie zu leben)? Das widerspricht sich diametral. Marxismus ist zutiefst regulativ und staatsgläubig. Also gar nicht liberal. Und Opportunismus hat keine Werte außer der kurzfristig wirtschaftlichen Optimierung (was mit selbst den Neoliberalen Denkern nichts zu tun hat).
Ich glaube, er versucht nur, für sich selbst die Welt zu erklären. Und wenn er liberal wäre, würde er den Leuten ihre Sinnsuche und Selbstoptimierung als auch pseudoreligiösen Aktivitäten einfach schulterzuckend lassen. Stattdessen will er sie aber missionieren. Wenn das nicht pseudoreligiös/ideologisch ist, was dann? 😂
Dieser Mensch erzählt so viel Blödsinn und tut so interlektuell, aber ich bin vielleicht zu dumm, um ihn und den gesprächlichen Austausch zu verstehen Das ist das, wss er erreichen wollte.
@KathinkajRichtig gute Disskussion...
@monara96Schon wieder so ein Boomer, der nicht mit Veränderungen klarkommt😅. Eigentlich kanns einem ja egal sein. Verändern wird sich die Welt so oder so. Da können die entrüsteten Boomer, Dauerunzufriedene und Hardcore Konservative so laut heulen wie sie wollen 😂.
@naturkind29Habe vorher Prof. Elsfeld gehört und sehe hier viele Parallelen in der Sicht auf die Gesellschaft. Weil nicht sein kann, was nicht sein darf fasst mE die Realitätsverweigerung gut zusammen. Ich sehe hier einen typischen Vertreter der Fortschritts- und Technik-Generation, deren Weltbild sich gerade als Lebenlüge enttarnt. Fehlte nur noch, dass er ein "neues Buch" in die Kamera hält. 😂
@KKND-GODGanz schön ärgerlich, wieviel faktenwidrige Behauptungen und Widersprüche der Moderator durchgehen lässt.
@tomso1955Der bunten Ideologie folgend, hat Deutschland Menschen ins Land gelassen, die in der Mehrzahl nicht an uns interessiert sind. Die meisten von ihnen sind intellektuell gar nicht in der Lage offen auf eine andere Kultur zuzugehen. Sie folgen einer anderen Ideologie. Die Konflikte daraus sind vielfältig und destruktiv. Es wir uns viel Geld kosten und nichts bringen. Leider ist eine offene Diskussion nie geführt worden.
Schade, dass die Moderation so parteiisch ist. Ich hätte mir mehr Offenheit gewünscht.
Ein bisschen zu viel Ideologie. Ich bin dankbar für Hafermilch, da ich Allergikerin bin und keine tierische Milch konsumieren kann, substituiere ich sie mit Hafermilch. Ich finde es billig mich be- und / oder verurteilen zu lassen, anhand meiner Ernährung.
@dr.utekarasch-stingl844338:00 „Das ist natürlich so“ lässt sich auch sehr sehr leicht aus einer privilegierten Position heraus mal eben so dahin sagen. Interessant wie Herr Bossart Herrn Grau aus der Reserve lockt in diesem Gespräch. Grauenhaft welches gesellschaftliches Bild Herr Grau hier darlegt.
@azobenzol33:10 Experten wie bspw Drosten haben immer und immer wieder betont, dass sie eben keine normativen Lösungen vorschlagen. Wenn das so von Herrn Grau wahrgenommen wird ist das eine andere Sache. Aber das liegt an ihm selbst, nicht an den objektiven, empirischen Lösungen.
@azobenzolFür alle, die nicht verstehen, warum Herr Grau „die Wissenschaft“ und den Teilbereich der Ethik als potenziell ideologiegefährdet sieht und seine Ansätze durch „Schwurbel“-Vorwürfe diffamieren wollen:
„Die Wissenschaft“ und eine daraus gefolgerte reine „Wissenschaftlichkeit“ existiert nicht, sondern nur die wissenschaftliche Methodik. Wissenschaft ist nicht unfehlbar, sondern nur das gegenwärtig beste System, um zu objektiven Erkenntnissen kommen, welche allerdings immer nur vorläufig sind. Diese Konventionen können bei falscher Anwendung (z. B. mangelhafter Replizierbarkeit oder mangelnder Falsifizierbarkeit) und einer moralischen Voreingenommenheit und Einstellung zum Untersuchungsobjekt jedoch leicht manipuliert werden, um am Ende Forschungsergebnisse hervorzubringen, die nicht mehr objektiv sind, sondern ideologisch geprägte Zeitgeistphänomene widerspiegeln, welche eher einem religiösen Glauben entsprechen, da sie den Boden der Methode verlassen haben. In der Moralphilosophie können zudem per se keine Laborexperimente angewandt werden und es existieren auch keine Statistiken. Moral kann keine Letztbegründung haben, da sie kultur- und zeitgeistabhängig ist.
Das, wovon Grau hier spricht, ist weitgehend von z. B. postmodernen Strömungen innerhalb der Philosophie und den Sozialwissenschaften beeinflusst, welche die Objektivität an sich ablehnen und grundsätzlich einen radikal konstruktivistischen subjektiven Standpunkt einnehmen. Die Gesellschaft wird von solchen Theoretikern in hierarchische Machtsysteme eingeteilt (es gibt die Unterdrücker und die Unterdrückten) und ein menschlicher Universalismus und Individualismus (alle sind gleichwertig & alle sind einzigartig) wird zugunsten eines neuen „Stammesdenkens“ (alle sind Teil einer Gruppe und ihr Wert und ihre Position entsteht aus dieser) fallen gelassen. Mögliche Folgen davon können dann z. B. sein, dass (sehr simplifiziert) Mitglieder einer bestimmten Kultur A allein aufgrund ihrer Sozialisation niemals Mitglieder einer Kultur B verstehen können (Standpunkttheorie) und es potenziell nur zu Vorgängen "kultureller Aneignung" kommen kann, welche moralisch grundsätzlich delegitimiert wird.
Zweifeln Anhänger dieser Theorien (z. B. der Critical Race Theory) diese komplett oder bestimmte Axiome innerhalb der Theorie an, sorgt ein Netz verschiedener Mechanismen dafür, dass der Zweifler entweder wieder auf den rechten Weg gebracht wird (Outcalling und moralisches Anprangern innerhalb der Bewegung) oder aus der Gruppe ausgeschlossen wird (Delegitimation, also sog. "Canceln" der Person). Es verhält sich also ähnlich wie beim religiösen Sünder, der entweder Buße tun muss oder aus dem Paradies verstoßen wird.
Diese Merkmale sieht man sowohl bei links- als auch bei rechtsidentitären Gruppierungen, in der Wissenschaft, innerhalb von Regierungen. Auch massenmedial wurde in den letzten Jahren einige dieser Fälle bekannt, neuerdings z. B. Thomas Gottschalk. (lol)
Alles zusammengenommen, kann man also schon davon ausgehen, dass manche Strömungen innerhalb der Wissenschaft erhebliche religiöse Züge tragen, welche fatalerweise aber auch politisch wirksam werden können.
Liebe Community, denkt ihr, das Video könnte auch in einer höheren Auflösung sehenswert sein?
@Joker25076Grau ist Kulturpessimist… ok, das hat er mit einem Großteil der heutigen Woken gemeinsam.
Grau moralisiert, dass es unmoralisch sei, so viel zu moralisieren… der Grau ist voller Widersprüche. 😄
Kompliment an
Yves Bosshard. Interessante Fragestellungen.👍
Ich halte die Thesen von Herrn Grau für zutreffend. Sie entsprechen im Grunde einer authentischen 'linken' Betrachtungsweise: Der Kapitalismus hat die 'Neu-Zeit' geschaffen, jene Zeit, die ständig Neues und 'Fortschritt' schaffen muss, ganz einfach weil diese Wirtschaftsform auf der endlosen Erzeugung von 'Profit', von 'Waren' (Träger von Profit) beruht.
Es heißt aus diesem Grund 'Fortschritt' und nicht 'Veränderung': Die Menschen müssen GLAUBEN, dass das immer neue Waren-Gelump sie 'weiter' bringt, ihre Lebenssituation verbessert, sonst würden sie den ganzen Wahn nicht mehr mitmachen. Die sogenannten 'Konservativen' im politischen Spektrum meinen mit dem Begriff aber nicht eine Opposition gegen diesen Fortschritts-, Neuigkeits- und Konsumwahn, sondern im Gegenteil dessen Bewahrung und Fortentwicklung. Das gilt freilich auch für die AfD. Auch für sie ist der Kapitalismus 'alternativlos' (Merkel).
Hätte mir einen engagierteren und weniger naiv mainstreammäßigen Interviewer gewünscht. Das Thema führt tief ins kollektive Unbewusste der modernen globalisierten Unkultur. Nur eine allgemeine, alle Menschen mit einbeziehende Quasi-Psychoanalys dieses kollektiven Unbewussten könnte uns vor der ansonsten unvermeidlichen Apokalypse noch retten. Danach sieht es aber überhaupt nicht aus.
LOL! Der Mainstream ist heute nicht mehr fortschrittlich, der denkt er wäre es, einen riesigen Unterschied. Schaut man da genauer hin, ist er sogar sehr konservativ, manche erinnern mich an meine Eltern oder Großeltern 2.0, dagegen hilft auch keine läßige Bekleidung oder ein läßiges Schuhwerk im Büro.
@gracemastrogiacomo393Das was dieser Mann von sich gibt, ist doch unglaublich verkopft. Am Ende ist unsere Lebenseinstellung hauptsächlich unserer Erziehung geschuldet. Und in seinem Fall scheint da auch einiges schief gegangen zu sein.
@gunterwombacher7370Puh. Überflüssig, außer vielleicht als gutes Beispiel für gefährlich unstrukturierten „Querdenker“-Mischmasch im (schein)intellektuellen Schafspelz.
@wuffzi